In regelmäßigen Blogs stellen wir unsere beliebtesten Safari Guides vor. Heute ein Profil des Safariguides und Guide Trainers Grant Reed von Letaka Safaris:

Grant ist ein guter Freund von Jeff und mir (Heike). Wenn wir privat in Botswana unterwegs sind, gehen wir mit unseren Familien gemeinsam auf Tour. Ein Privileg, denn einen besseren Guide könnten wir uns nicht wünschen, mit ihm unterwegs scheint alles möglich. Grant ist mit seinen 42 Jahren ein Guide der jungen Generation. Gebürtiger Südafrikaner, arbeitet er seit 20 Jahren in Botswana und lebt mittlerweile seit 10 Jahren dauerhaft dort. Er betreibt gemeinsam mit seinem Bruder ein Safari Unternehmen, welches Mobile Campingsafaris anbietet sowie die renommierte Okavango Guiding School.

1. Wie lange arbeitest Du schon als Safari Guide und in welchen Ländern bist Du tätig?

Ich bin bereits seit 26 Jahren Safari Guide. Am häufigsten habe ich Safaris in Botswana geführt aber ebenso in Südafrika, Namibia, Sambia, Simbabwe und Mosambik.

2. Worauf hast Du Dich als Guide spezialisiert? Worauf fokussierst Du besonders?

Mein besonderes Interesse gilt den kleineren Bewohnern der Wildnis, so wie z.B. Vögel und Reptilien aber auch dem ökologischen Zusammenspiel aller Teilnehmer der Natur und insbesondere dem Verhalten der Tiere. Wenn ich Menschen in den Busch führe liegt mein Fokus darauf, sie aus dem menschlichen Umfeld zu entführen und ihnen eine Möglichkeit zu geben ihre eigene Verbindung mit der Natur zu entdecken. Natürlich sind „Big 5“ Sichtungen schön aber mir geht es nicht nur darum von einer Big 5 Sichtung zur nächsten zu jagen sondern auch das ganze was dazwischen liegt zu beleuchten.

3. Warum bist Du Safari Guide geworden?

Als ich 5 Jahre alt war, durfte ich meinen Vater Michael Reed auf eine Fußsafari begleiten, die er für Kunden durchführte. Das war dann die erste von hunderten Safaris die folgen sollten. Seit dieser ersten Fußsafari wollte ich nur noch in der afrikanischen Wildnis unterwegs sein, meine Leidenschaft und mein Wissen darüber mit gleichgesinnten Menschen teilen, wie es mein Vater vor mir gemacht hat.

4. Erzähl uns doch mal eine Geschichte aus deinen “Guide Tagen”?

Als ich gerade erst in Botswana angekommen war und noch die Tricks und Kniffe eines Guides im Okavango Delta lernen musste, wurde ich von meinem Boss gemeinsam mit ein paar anderen Mitarbeitern dazu bestellt, ein mobiles Camp im Busch vor der Ankunft der Gäste zu errichten. Der Aufbau des Camps ist ein körperlich anstrengender Job und erfolgt nach der Anreise stets während der Mittagszeit, wenn die Temperaturen 40 Grad und höher sind. Auf dieser Tour war es uns so gerade noch gelungen das Camp wenige Minuten bevor der Chef mit den Gästen eintraf, fertig zu stellen. Nachdem die Gäste alle zufriedenstellend untergebracht waren, suchte ich im Camp nach einem schattigen Platz zum ausruhen, nur um festzustellen, dass jedes kleinste Stückchen Schatten für das Camp genutzt worden war. Ich schnappte meine Matratze und steuerte auf den Schatten eines ausladenden Leberwurstbaumes zu, einige 100 Meter vom Camp entfernt. Unsagbar erschöpft fiel ich auf meine Matte und war auch im gleichen Moment eingeschlafen. Ich glaube durch die plötzlich aufgekommene Dunkelheit erwachte ich, allerdings war ich noch im Tiefschlaf und es dauert eine Weile, bis ich realisierte wo ich war und was um mich herum geschah. Nachdem meine Augen sich dem Licht angepasst hatten erkannte ich den Grund für das plötzliche verdunkeln. Ein ca. 6 Tonnen schwerer Elefantenbulle stand direkt über mir und verdeckte das Sonnenlicht. Meine Gedanken fingen an sich zu über schlagen: renne ich? Ich weiß, dass ein Mensch im schnellsten Sprint keine Chance gegen einen Elefanten hat. Bleibe ich still liegen? Auf keinen Fall werde ich mich ohne jeden Widerstand töten lassen! Ich sprang also auf, immer noch etwas desorientiert und sprintete los, ohne jeglichen konkreten Plan. Der Elefant wiederum war durch mein plötzliches Aufspringen so erschrocken, dass er abwehrend mehrere Schritte nach hinten machte und zornig trompetete, womit er das komplette Camp auf die Situation aufmerksam machte. Im gleichen Moment wie der Elefant seine Schrecksekunde überwunden hatte und die Verfolgung aufnahm, erblickte ich vor mir einen riesigen umgestürzten Baum. Der Abstand zwischen uns verkürzte sich alarmierend und ich zielte direkt auf die Mitte des gestürzten Baumes zu. Der Elefant war in seiner Rage so auf mich fokussiert, dass er das Hindernis im Weg wohl nicht wahrgenommen hatte. Den vor Wut schäumenden Elefantenbullen dicht auf den Fersen wissend, machte ich einen Kopfsprung unter dem Baumstamm hindurch und rollte mich dahinter so ab, dass ich wieder auf die Füße kam und weiter sprinten konnte. Der Elefant, verdutzt über das plötzliche Hindernis, bremste ab und es dämmerte ihm wohl, dass er den Baum erst umrunden muss um die Verfolgung fortzusetzen. Dies schaffte mir den entscheidenden Vorsprung um in den Schutz des Camps zu gelangen. Einer der geistesgegenwärtigeren Gäste hatte die Nerven, die Szene der Jagd auf Video festzuhalten und die Feststellung wie nah ich dem Tod entronnen bin, ist damit so gegenwärtig wie noch vor 20 Jahren. Aber noch mehr frage ich mich, wie es ausgegangen wäre, wenn ich nicht wie ein Wahnsinniger aufgesprungen wäre und den Elefanten durch meine plötzliche Reaktion verärgert hätte…..

5. Was möchtest du Deinen Gästen während- und nach Eurer gemeinsamen Reise mit auf den Weg geben?

Ich möchte, dass Kunden eine gewisse Ehrfurcht gegenüber den letzten unberührten Naturschätzen empfinden, die wir noch bewahren, das gilt gleichermaßen für die Wildtiere wie auch für die Natur in der sie leben. Jeder sollte sich ein Stück weit verantwortlich fühlen und wissen, dass das was noch übrig ist, für die Nachwelt erhalten werden muss – für Menschen sowie auch alle anderen Lebewesen.

6. Du bist der Inhaber eines mobilen Camping Safariunternehmens, welches letztes Jahr von „the Safari Awards“ als „Beste Mobile Safari in Afrika“ gekürt wurde. Damit nicht genug, den Preis des „Besten Guiding Teams“ in Botswana habt ihr ebenfalls gewonnen. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass das Reisen mit Dir immer ein außergewöhnliches Erlebnis ist. In Europa hingegen kennen viele Menschen das Konzept einer Mobilen Camping Safari noch nicht. Bitte erkläre uns die Gründe warum eine Mobile Campingsafari eine großartige Art ist, Afrikas Wildnis zu erfahren.

Während einer mobilen Safari erlebt man die Natur viel näher als in einer luxuriösen Safari Lodge. Natürlich bieten solche Lodges fantastische Räumlichkeiten und Gourmet Mahlzeiten, doch für diejenigen denen es noch mehr um das wahre Naturerlebnis in der afrikanischen Wildnis geht, gibt es wohl keine bessere Möglichkeit als im mobilen Camp. Der Guide einer Safari macht den alles entscheidenden Unterschied und er ist der wichtigste Faktor für den Erfolg Ihrer Safari, mehr noch als alle anderen Aspekte. Während der mobilen Camping Safaris begleitet derselbe Guide Sie die ganze Reise. Auch nach all den Jahren, braucht es immer noch ein paar Tage bis ich meine Gäste wirklich kennen lerne und weiß wie ich sie am besten im Busch begleite und was die Gäste genau interessiert. Im Lodge Umfeld ziehen die Gäste meist weiter, wenn der Guide gerade begonnen hat die Gäste kennen zu lernen. Ich wiederum kann das, was die Gäste am Tag 9 sehen ins Verhältnis setzen zu dem was sie an Tag 2 gesehen haben. Das erlaubt mir den Gästen viel tiefere Einblick in die faszinierende Welt der ökologischen Zusammenhänge und in das Verhalten der Tiere zu gewähren. Die Atmosphäre einer Mobilen Safari ist eine vollkommen andere Erfahrung. Wegen der kleinen Gruppengröße und der Tatsache, dass kein ständiger Wechsel aus Menschen die kommen und gehen entsteht, entwickeln sich schnell enge Beziehungen zwischen den Teilnehmern. Man ist entspannt, macht Witze und genießt die Gesellschaft der anderen. Häufig entstehen sogar lebenslange Freundschaften durch diese gemeinsame Erfahrungen, zwischen den Mitreisenden aber auch mit den Guides. Während mobile Camping Safaris ein preislich attraktiveren Zugang zu den besten Wildgebieten Afrikas ermöglichen, halte ich den finanziellen Aspekt trotzdem für den weniger relevanten, denn meines Erachtens sollte man seine Entscheidung von der Erfahrung die man machen möchte abhängig machen und nicht vom „günstigen“ Preis. Nicht jeder ist der Typ für das eine oder das andere.

7. Du besitzt nicht nur ein sehr erfolgreiches Safariunternehmen sondern bist auch zusammen mit Deinem Vater und Bruder Inhaber der Okavango Guiding School, in der Ihr lokale Safari Guides ausbildet und trainiert. Dies erklärt vielleicht auch warum Ihr für die Qualität Eurer Guides im eigenen Safari Team bekannt seid. Was hat Dich dazu bewogen eine Guiding School in Botswana zu starten?

Mein Bruder Brent und ich starteten die Guiding Schule um den Standard der Guides in Botswana zu verbessern aber auch und um uns selbst Guides heranzuziehen die wir für den Wachstum unseres Safari Unternehmens benötigten um den gewohnten Standard beizubehalten. Für nahezu jedes Safariunternehmen in Botswana, haben wir mittlerweile schon Guides ausgebildet. Später haben wir begonnen, die Guide Training Kurse auch internationalen Schülern anzubieten, die nicht zwangsläufig selbst eine Karriere als Safari Guide verfolgen, aber die die Fähigkeiten eines Guides in der Wildnis selbst erlernen und anwenden wollen, um nicht nur passiv an einer Safari teilzunehmen. Durch diese Kurse, die von den Lodges und internationalen Teilnehmern bezahlt werden, war es uns auch möglich, zahlreichen lokalen Batswana, jungen und motivierten Menschen, denen zwar die Fähigkeiten mit in die Wiege gelegt wurde, die jedoch nicht über die finanziellen Mittel zur Erreichung ihrer Träume verfügen, eine Ausbildung zum Guide kostenfrei zu ermöglichen.

8. Meistens sind unsere Kunden nach ihrer Rückkehr aus Afrika, von der Schönheit der Natur und des Wildlebens begeistert, und möchten gerne ihren Beitrag zur Erhaltung dieser kostbaren Ressourcen leisten. Wie können unsere Kunden Deiner Meinung nach etwas zum Artenschutz in Afrika beitragen?

Am wichtigsten für die Erhaltung der Artenvielfalt in Afrika ist es, den lokalen Gemeinden welche an die immer kleiner werdenden Wildschutzgebiete Afrikas unmittelbar angrenzen, den Wert und Vorteil eines Lebens mit den Wildtieren aufzuzeigen. Dies erfolgt dadurch, dass man die richtigen Safaripartner/Safari Lodges unterstützt die sich in den Gemeinden engagieren und die Mitglieder der lokalen Dörfer in den Tourismus einbinden. Viele Afrikaner erkennen keinen finanziellen Vorteil darin Natur und die darin lebenden Wildtiere zu schützen. Was sie wahrnehmen ist, dass Tiere geschützt werden, nur um den in Ihren Augen sehr reichen Touristen aus aller Welt zu ermöglichen die Tiere anzusehen, Tiere, die traditionell für sie Beutetiere und Nahrungsmittel darstellten und nun nicht mehr bejagt werden dürfen. Sie sehen Löwen und andere Raubtiere, die über die Wildreservatgrenzen zu ihnen kommen und Ihre Rinder und Schafe reißen, Elefanten, die Ihre Ernten zerstören die sie über viele Monate mühsam dem trockenen Erdboden abgerungen haben. Für diese Menschen ist die Erhaltung der Wildtiere eine Bedrohung und stellt eine Gefahr für die eigene Existenz dar. Solange diese Menschen nicht von den Touristen und dem Erhalt der Wildreservate unmittelbar profitieren, werden sie sich weiter der Wilderei widmen, zum Schutz der eigenen Ernten oder zum, Verkauf des Elfenbeins. Sie werden Raubkatzen aus den Parks anlocken und sie vergiften um die eigenen Haustierbestände zu schützen. Sie werden auch die Regierungen der jeweiligen Länder unter Druck setzen die Wildreservate und Naturschutzgebiete zu verkleinern und die Anzahl auf ein Minimum zu begrenzen. Viel mehr Menschen in diesen Ländern sind Viehzüchter, als im Tourismus beschäftigt, so dass die Argumente der Massen bei den Regierungen entsprechend Gehör finden. Nur durch Einbezug der lokalen Bevölkerung ist der Artenschutz in Afrika zu gewährleisten. (Anmerkung der Redaktion: Es gibt zahlreiche erfolgreiche Initiativen verschiedener Lodgegruppen und Safariunternehmen, die den Einbezug der lokalen Bevölkerung sicherstellen und damit die Zukunft der Wildreservate und Wildtiere zu sichern versuchen. Sprechen Sie ihren Elangeni Berater zu diesem Thema an, damit auch Sie während Ihrer Safari einen Beitrag zum Erhalt von Afrikas grandioser Tierwelt leisten.)

Foto Grant Reed
Foto Walking Safari Grant reed
Foto Safariguide Grant Reed
Foto schwarze Manba
Foto Okavango Guiding school Grant Reed
Foto Fußsafari Botswana
Foto zu Fuß mit Grant Reed