Kürzlich waren wir mit Freunden, für einige Tage in einer Bushlodge im Isimangaliso Wetland Park.
Wir hatten eine fantastische Zeit dort. Obwohl wir schon häufig in dieser Region waren, ist mir erst dieses Mal aufgefallen wie optimal es ist, hier mit der Familie oder mit Freunden Urlaub zu machen. Man kann einen Tag so gestalten, dass alle glücklich sind und auf ihre Kosten kommen.

Unser Tag sah in etwa so aus: Die Männer standen kurz nach 4:00 Uhr in der Frühe auf, um ihr Angelzeug vorzubereiten, einen Kaffee zu trinken und zum Strand zu gehen, damit sie direkt zu Sonnenaufgang die größten Fische aus der Brandung ziehen können. Am zweiten Tag gingen die 5 Kinder (die zu Schulzeiten nicht aus dem Bett zu bekommen sind) bereits um diese frühe Zeit mit zum Angeln. Wir Frauen wiederum durften "ausschlafen", standen erst um 5:30 Uhr auf, um eine Kühlbox mit Frühstückspicknick zu packen, in aller RUHE einen Kaffee zu trinken und auf unsere erste Pirschfahrt zu gehen. Was für ein Segen, keinen Mann auf dem Beifahrersitz zu haben, der ständig meint, dass man ohne seine Hilfe seinen 4x4 in den Sand setzt. Stattdessen kurven wir zwei Frauen ganz ohne Probleme über die Sandstraßen, bleiben bei "nur" einem Gelbkehlpieper (yellow throated longclaw - was für eine Sensation!!!) für 10 Min stehen und beobachten seine Bemühungen, lange Grashalme für sein Nest zu sammeln. Wir sehen zahlreiche Antilopen, einige Büffel, noch mehr Vögel und auch ein Nashorn, einen Schakal und einige Warzenschweine. Daneben führen wir wichtige Frauengespräche und genießen einfach, dass niemand etwas von uns möchte! Es ist ein wenig wolkenverhangen an diesem Morgen - nicht unüblich im südafrikanischen Sommer-  aber man kann fast immer davon ausgehen, dass es nochmal aufklart. Regenschauer sind regelmäßig, heiß ersehnt (die Natur braucht es) aber meist nur von kurzer Dauer. Warm ist es trotzdem!

Gegen 9:00 Uhr erreichen wir den Strand wo wir sehnsüchtig von 2 Männern und 5 Jungs mit Bärenhunger erwartet werden. Da sie am Jagen waren, ist es selbstverständlich, dass sie zumindest eine Wolfsfütterung erwarten. Wir picknicken gemütlich und die Männer ziehen sich danach mit dem anderen Fahrzeug zurück ins Camp um Schlaf nachzuholen. Wir Frauen sind nun an der Reihe die Kinder beim Bodyboarden und Surfen zu bestaunen. Die Sonne kommt langsam raus und wir genießen 3 Stunden am Strand mit Schwimmen, Surfen, Burgen- und Höhlenbauen....
Um 12:00 Uhr ist Südafrikas Sommer zu heiß um am Strand ohne Schatten zu verweilen. Wir packen zusammen und fahren zurück zum Camp, wo wir 2 ausgeschlafene Männer vorfinden. Die Kinder machen Mittagsschlaf oder spielen mit den Geckos, Stabheuschrecken und anderen abartigen Viehchern.
Nach einem Mittagessen und einer guten Lesestunden geht es um 15:30 Uhr dann gemeinsam mit Kühlbox, gepackt mit Saft, Gin & Tonic, Biltong und weiteren Snacks los, zunächst auf eine Pirschfahrt und dann über den Dune Loop zu den "Mission Rocks". Die Fahrt dorthin führt über die legendären Dünen, auf denen hin und wieder spektakuläre Fotos von Tieren mit dem Meer im Hintergrund entstehen. "Mission Rocks" ist ein Küstenabschnitt in Isimangaliso, der äußerst felsig ist und damit eine scharfe Brandung verursacht. In den zahlreichen Rockpools findet man alles mögliche, von Fischen über Muscheln bis hin zu riesigen Krabben und Langusten. Für die Kinder ein Paradies, indem sie ständig neue Dinge entdecken. Vom Moment der Ankunft, bis zur Abfahrt, sehen wir die Kinder nicht wieder.
Wir Erwachsenen genießen die grandiose Aussicht und unseren G&T, während die Sonne langsam untergeht. Wie sagen wir in so einem Moment: "Another shit day in Africa" ;-)
Der Tag klingt wie immer am Lagerfeuer aus. Im Hintergrund die Geräusche des afrikanischen Buschs, über uns ein Sternhimmel wie ihn nur die südliche Hemisphäre hervorbringt und das Wissen, das Morgen genauso großartig sein wird. 

Hach, schön war's!...... Und dabei wohnen wir nur knapp 3 Stunden entfernt, was in Südafrika absolut keine Distanz ist.  

So oder ähnlich erlebt man seinen Familienurlaub in der St. Lucia Region. Die Bushlodge, in der wir wohnten, ist eine typische Nationalparkunterkunft von KZN Wildlife, wobei es sich um ein privates Camp handelt. Man mietet es auf privater Basis. Es gibt 4 Hütten mit jeweils einem Schlafzimmer mit 2 Betten (Kinderbetten zustellbar) und einem Badezimmer. Außerdem gibt es eine Küche für Selbstversorger und ein Speisezimmer. Etwas abseits gibt es ein weiteres Bungalow als gemeinsames Wohnzimmer mit Veranda und Aussichtsplattform über den Bhangazi See. Das Bush Camp wird nur auf privater Basis vermietet, sprich man mietet alle Hütten pro Aufenthalt. Der Helfer "Liberty" kümmert sich (bereits seit 17 Jahren!) darum, dass alles im Camp läuft, macht die Zimmer frisch und auch den Abwasch. Diese Art von Camps sind eher für den südafrikanischen und nicht internationalen Markt gedacht. Sie sind einfach, aber man ist immerhin allein. Diese Option passt selten für kleine Familien und Paare. Hier empfehlen wir eher in einem der schönen Gästehäuser in St. Lucia zu wohnen und Tagesausflüge in diesen unmittelbar an St. Lucia angrenzenden Nationalpark zu machen. 
Auf Pirschfahrten sieht man regelmäßig Kudus, Nyalas, Busch- und  Wasserböcke, Warzenschweine, Gnus, Büffel, Elefanten, Nashörner, Ducker, Zebras, Nilpferde und Krokodile und eine Vielzahl an Wasser- und Greifvögeln, wie zum Beispiel Schreisee-, Schopf- oder Schlangenadler. Mit Glück kann man auf eigenen oder geführten Abendsafaris auch Leopard, Zibet- oder Ginsterkatze, Hyäne oder Buschbaby sowie das scheue Buschschwein sehen. Verschiedene Rundwege führen durch die unterschiedlichsten Vegetationszonen, so dass die Pirschfahrten abwechslungsreich sind.

Am Ende der Teerstraße die durch den Park führt liegt Cape Vidal und der Strandzugang. Von hier ziehen sich über viele Kilometer nach Norden und Süden absolut menschenleere Strände. Nur unmittelbar am Park- und Campingplatz sammeln sich die Angler und Tagesbesucher. Wer bereit ist auch 100-200 m den Strand rauf oder runter zu laufen, findet auch seinen ganz privaten Strandabschnitt (ggfs aber nicht mehr mit Lifeguard Überwachung). Bei Ebbe legen sich am südlichen Ende des Strandes Rockpools frei, bei denen man gut schnorcheln kann. Ansonsten ist der Strand großartig zum Bodyboarding, und je nach Wind auch zum Surfen. Strandangeln ist hier besonders vielversprechend. Strandburgen bauen und mit Muscheln verzieren ist ein Muss.

Und falls Sie auf einer Rundreise unterwegs sind - der nashornreichste, traumhafte "Big 5" Hluhluwe/Umfolozi Nationalpark ist nur eine Stunde von St. Lucia entfernt.
Fragen Sie Steffi Klein und Chris Faust nach weiteren Einzelheiten um diese Region in Ihre nächste Reise einzubauen.

von Heike van Staden