Die Wiege der Menschheit

Äthiopien wird aufgrund seiner 3000 Jahre alten Geschichte als der älteste Staat in Afrika und als einer der ältesten der Welt angesehen. Das Land wird von schätzungsweise 64 ethnischen Gruppen bewohnt und es werden mindestens ebenso viele Sprachen gesprochen. Ein Land voller Kontraste. Äthiopien ist das einzige Land in Afrika, welches noch nie kolonisiert wurde und dessen stolze Tradition seinen Bewohnern besagt, für ihre Unabhängigkeit zu kämpfen. Dieser Stolz ist berechtigt. Äthiopiens Landschaft ist einfach herrlich, die Menschen sind freundlich, die Geschichte erscheint förmlich greifbar und man muss sich um Touristenhorden keinerlei Sorgen machen.

Reiseinfos

Reisezeit: 

Die beste Reisezeit Äthiopien zu bereisen ist von Oktober bis Mai, weil dies nicht die Hauptregenzeit ist. Das Omo-Land ist am besten von Ende Juli bis Mitte Oktober sowie von Mitte November bis Mitte Februar zu bereisen. Für das Gebiet der Danakil empfiehlt sich die Reisezeit von November bis März. Im Fastenmonat Ramadan sollte man jedoch die Wüste unter allen Umständen meiden. Die Historische Route im Norden wird zumeist zwischen September und April bereist. Die Bale-Berge besucht man am besten zwischen November und März, wobei für botanisch interessierte Reisende die Monate Mai bis Juli optimal sind. Dank vereinzelter Regenfälle präsentieren sich die Berge in üppigem Grün.

Einreisebestimmungen: 

Deutsche Staatsbürger benötigen für die Einreise nach Äthiopien ein Visum. Dieses wird von der äthiopischen Botschaft in Berlin oder vom äthiopischen Generalkonsulat in Frankfurt ausgestellt und ist für maximal drei Monate gültig. Um das Visum zu erhalten müssen zwei aktuelle Passbilder, ein Rückflugticket, ein Nachweis über ausreichende Barmittel vorgelegt werden. Der Reiseantritt muss nach Ausstellung des Visums innerhalb der nächsten zwei Wochen folgen.

Empfohlen wird die neuerdings mögliche Beantragung eines E-Visums (www.evisa.gov.et) für einmalige touristische Einreisen ausschließlich am Addis Abeba Bole International Airport.

Ein Visum bei Einreise ist nur für Touristen bei Ankunft am internationalen Flughafen Bole (Addis Abeba) erhältlich, es ist jedoch mit langen Wartezeiten zu rechnen.

Visum: 

Der Reisepass muss bei Reiseantritt noch mindestens ein halbes Jahr gültig sein.

Gesundheit und Impfungen: 

Bei der direkten Einreise aus Deutschland sind Pflichtimpfungen nicht vorgesehen, bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet (z.B. Nachbarländer) ist der Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung erforderlich (ausgenommen Kinder unter 1 Jahr). Äthiopien gehört zu den von der WHO identifizierten Gelbfieberinfektionsgebieten. Eine Impfung für alle Reisenden ab dem 9. Lebensmonat wird daher empfohlen. Gelbfieberimpfstoff ist in Äthiopien nicht immer verfügbar. Die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene sollten anlässlich einer Reise überprüft und vervollständigt werden, siehe www.rki.de. Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis (Keuchhusten)  und Polio (Kinderlähmung, neue Fälle 2013 importiert aus Somalia), Mumps, Masern, Röteln (MMR), Pneumokokken und Influenza. Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch die Impfungen gegen Hepatitis B, Meningokokken-Krankheit (ACWY), Typhus und Tollwut empfohlen. Tollwutimmunglobulin ist im Land nicht sicher verfügbar.

Da ganz Äthiopien Malariagebiet ist, sollte eine Prophylaxe eingenommen werden. Um Durchfallerkrankungen, wie Cholera zu vermeiden, sollte unter keinen Umständen Wasser aus Leitungen getrunken werden.

Zeitverschiebung: 
In der Sommerzeit beträgt die Zeitverschiebung +1 Stunde deutsche Zeit. In der Winterzeit beträgt die Zeitverschiebung +2 Stunden deutsche Zeit.
Währungen: 
Birr
Verkehr: 

Es herscht Linksverkehr. Die Infrastruktur des Landes ist schwach, gut ausgebaute Straßen für Überlandreisen sind nur begrenzt vorhanden. Grundsätzlich sollte am späten Nachmittag, bei Dämmerung und bei Dunkelheit aus Gründen der Verkehrssicherheit auf Überlandfahrten verzichtet werden.

Vorwahl(en): 

(+251)

Ländercode: 
ETH
Hauptstädte: 
Addis Abeba
Wichtige Hintergrundinformationen zur Sicherheit: 

Die äthiopische Regierung hat am 16. Februar 2018 nach dem Rücktritt des Premierministers einen landesweiten Ausnahmezustand für zunächst sechs Monate verhängt, den das äthiopische Parlament am 2. März 2018 bestätigt hat. Vorausgegangen waren Massendemonstrationen, gewalttätige Streiks, Straßenblockaden und teils gewaltsame Proteste gegen die äthiopische Regierung, überwiegend in der Region Oromia und auf den Hauptstraßen in der Umgebung von Addis Abeba. Reisenden wird geraten, sich von den Orten der Auseinandersetzungen fern zu halten, Menschenansammlungen zu meiden und ggf. geschützte Bereiche aufzusuchen. Ist eine Demonstration angekündigt, sollte die Reiseroute bzw. der Aufenthaltsort entsprechend angepasst werden.

Homosexualität wird mit einer Gefängnisstrafe von einem bis zu 15 Jahren bestraft.

Es ist strikt verboten, militärische und sicherheitsrelevante Einrichtungen (z. B. Flughafen, Eisenbahn, Brücken, Regierungsgebäude usw.) und Militär/Polizei zu fotografieren.

Das Land

Land auf englisch: 
Ethiopia
Geschichte: 

Um 400 v. Chr. siedelten sich die ersten arabischen Muslime am Horn von Afrika an. Bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. entstand in Äthiopien das Königreich Aksum. Handelsbeziehungen nach Indien, Arabien und in den Mittelmeerraum wurden erweitert. Auch wurde das Christentum zur Staatsreligion ernannt. Im 10. Jahrhundert löste sich das Reich von Aksum auf und es entstand das Kaiserreich von Amhara. Nachdem Äthiopien 1923 in den Völkerbund aufgenommen wurde, schaffte der Kaiser die Sklaverei ab und leitete Reformen im Recht- und Bildungswesen ein. Zur Zeit der Kolonisation gelang es Äthiopien sich gegen einige Eingliederungsbestrebungen der großen Mächte zu verteidigen. Schließlich wurde es 1936 doch von Italien annektiert und zusammen mit Somalia und Eritrea zu Italienisch-Ostafrika zusammengeschlossen. Jedoch erlangte Äthiopien 1948 seine Unabhängigkeit zurück und erhielt 1952 Eritrea durch einen UN-Beschluss. Es kam zu mehreren Aufständen der Einwohner Eritreas, welche in den 70er Jahren eskalierten. Es kam zu einem Bürgerkrieg. Erst 1993 erreichte Eritrea seine Unabhängigkeit. Allerdings gab es immer wieder Auseinandersetzungen zwischen Eritrea und Äthiopien, die zu starken Spannungen führten, welche heute auch noch anhalten.

Lagebeschreibung: 

Äthiopien grenzt im Osten an Somalia und im Süden an Kenia. Im Westen grenzt der Sudan und im Norden befinden sich die Länder Eritrea und Djibouti.

Infrastruktur: 

Das Straßennetz Äthiopiens ist schlecht ausgebaut. Es fasst zwar 26.000 Kilometer, jedoch sind davon nur 3.600 Kilometer befestigte Straßen. Allerdings investieren seit kurzem chinesische Firmen in den Ausbau des äthiopischen Straßennetzes. Es gibt in ganz Äthiopien nur eine Bahnlinie, welche Addis Abeba mit Dschibuti verbindet. Diese ist allerdings auch in einem schlechten Zustand. Elektrizität ist in Äthiopien immer noch eine Seltenheit. Jedoch hat sich die Telekommunikation erheblich verbessert.

Flora und Fauna: 

Durch die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen und die großen Höhenunterschiede ist Äthiopiens Flora und Fauna sehr vielfältig. In den Tieflagen gibt es vorwiegend Savannenlandschaften. Diese werden in zunehmender Höhe von immergrünen Regenwäldern mit Feuchtwetter abgelöst, bevor in den höchsten Regionen alpine Verhältnisse herrschen. Angebaut werden hauptsächlich Kaffee und Getreide. Insgesamt gibt es in Äthiopien über 7.000 Pflanzenarten, von denen über 10% nur in Äthiopien vorkommen. Weitere Baumarten sind Baobabs, Akazien und Maulbeerfeigenbäume. In Äthiopien leben neben den typisch afrikanischen Säugern (Löwen, Elefanten, Geparden, Leoparden, Antilopen, Nilpferde, Büffel…) und Reptilien auch Tierarten, die nur in Äthiopien einheimisch sind, wie äthiopische Steinböcke, äthiopische Hochlandhasen oder auch Bergnyalas.

Klima: 

Das Klima in Äthiopien ist aufgrund der unterschiedlichen Höhenlagen sehr unterschiedlich. Es kann von drei Klimazonen gesprochen werden. Auf den Höhenlagen bis 1.800m liegen die Temperaturen zwischen 20°C und 28°C, zwischen 1.800m und 2.400m 16°C bis 20°C und auf einer Höhe über 2.400m ist es meistens sehr kalt (bis zu 12°C) und kann auch frieren. Wie in allen tropischen Ländern gibt es auch in Äthiopien keine Jahreszeiten. Im Winter fällt mäßiger Regen, während es im Sommer im größten Teil des Landes sehr trocken ist.

Bevölkerung: 

In Äthiopien leben etwa 92,7 Millionen Menschen (GTAI Schätzwert November 2017). Allgemein ist Äthiopien ein sehr junges Land, da über 43% der Bevölkerung unter 15 Jahren ist und weit weniger als 5% über 65. Eine äthiopische Frau gebärt im Durchschnitt 5-6 Kinder. Mit über 80 Ethnien ist Äthiopien ein Vielvölkerstaat. Die größte ethnische Gruppe sind die Oromo. Sie umfassen etwa 34% der Bevölkerung und gehören größtenteils dem Islam an. Obwohl die Oromo die größte Gruppe darstellen, sind sie gerade im politischen und kulturellen Bereich nicht dominant. Politik und Kultur wird von den Amharen, welche 27% der Bevölkerung einnehmen, dominiert. So ist beispielsweise Amharisch unter allen 80 Sprachen die Amtssprache.

Sprachen: 
Amharisch
Religion: 

43,5 Prozent äthiopisch-orthodoxe Christen; 33,9 Prozent Muslime; 18,6 Prozent Protestanten; 0,7 Prozent katholische Christen; 3,3 Prozent Naturreligionen und andere (laut Volkszählung 2007)

Essen & Trinken: 

Die Basis des äthiopischen Nationalgerichts ist Injera, ein weiches, großes Fladenbrot. Dieses wird mit würzigen Saucen serviert, welche sich Wot nennen. Die Saucen sind alle sehr unterschiedlich. So gibt es fleischhaltige Saucen oder vegetarische Saucen, die alle sehr scharf gewürzt sind. Am bekanntesten ist die Berbere Sauce, die besonders würzig ist. Fleisch wird in der Regel auch sehr gerne gegessen. Allerdings können sich nur wenige regelmäßig Fleisch leisten. Sehr beliebt ist Kamelfleisch. Schweinefleisch wird weder bei den Muslimen noch bei den äthiopisch-orthodoxen Christen gegessen. In der vorösterlichen Fastenzeit darf bei den Christen mittwochs und freitags kein Fleisch gegessen werden. Aus diesem Grund wird oft ein Linsenbrei zubereitet, welcher auch mit verschiedenen Saucen gegessen wird. Besonders beliebt ist der traditionelle Honigwein Tej oder das Hirsebier Talla, welches hauptsächlich nur in Äthiopien hergestellt wird. Auch Kaffee wird viel getrunken.

Feiertage: 

7.1. Genna (Weihnachten): Das Weihnachtsfest wird in Äthiopien erst am 7.1. gefeiert. Am Vortag findet der Gottesdienst statt, zu welchem die Gläubigen meistens Kerzen mitbringen. In den Städten werden Weihnachtskrippen aufgebaut und in den Straßen erklingen alte Weihnachtslieder. 18./19.1. Timkat (Dreikönigsfest): Das Timkatfest gilt als das wohl prächtigste und beeindruckenste Fest der Äthiopier. Es erinnert an die Taufe Jesu im Jordan und ist geprägt von zahlreichen Prozessionen und festlicher Stimmung im ganzen Land. 11.9. Enkutatash (Neujahr): Nach dem äthiopischen Kalender gilt der 11.9. als der erste Tag im Jahr, der mit einem großen Fest gefeiert wird. 27.9. Meskal (Kreuzerhöhungsfest): Das Meskalfest erinnert an das Auffinden des Kreuzes Christi. Zur Ehrung wird das Kreuz erhoben und in alle Himmelsrichtungen gedreht. 29./30.11. Hidar Zion (Marienfest): Zahlreiche Pilger machen sich auf nach Axum. Dort finden Prozessionen und ein festlicher Gottesdienst statt. Ostern April/Mai Islamisches Opferfest Ramadan 28.5. Nationalfeiertag 1.5. Tag der Arbeit 2.3. Tag der Schlacht von Adwa

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