Land der exotischen Flora & Fauna

Madagaskar, die viertgrößte Insel der Welt, die vor etwa 150 Millionen Jahren vom afrikanischen Festland getrennt wurde, birgt viele seltene und seltsame Dinge. Mehr als die Hälfte aller auf der Welt bekannten Arten von Chamäleons sind hier beheimatet. Über 250 Froscharten und 40 verschiedene Spezies von Lemuren, eine den Affen verwandte Säugetierart mit großen Augen und langen Schwänzen, leben in den Regen- und Trockenwäldern der Insel. 85% der Flora und Fauna sind endemisch, d.h. sie existieren nur hier. Jedes Jahr entdecken Wissenschaftler neue, bislang unbekannte Arten von Pflanzen und Tieren in ihren Wüsten und Wäldern.

Reiseinfos

Reisezeit: 

Auf Madagaskar ist wegen des vielfältigen Klimas die beste Reisezeit von der Region abhängig, in der sich die Reisenden aufhalten wollen. Für eine Rundreise durch ganz Madagaskar eignen sich am besten die Monate Mai bis September. Für die Ostküste Juli bis November, Westküste Juli bis September, Nosy-Bé Juni bis Oktober. Der Süden ist ganzjährig bestens bereisbar.

Einreisebestimmungen: 

Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Madagaskar ein Visum, das bei Ankunft am internationalen Flughafen von Antananarivo-Ivato, aber auch an allen anderen Flughäfen mit internationalen Verbindungen (Nosy Be, Antsiranana, Toamasina, Tuléar, etc.) für einen Aufenthalt bis zu 90 Tagen ausgestellt wird. Die Visumsgebühren staffeln sich je nach Aufenthaltslänge. Für Aufenthalte von mehr als 90 Tagen ist bereits im Vorfeld der Einreise ein gebührenpflichtiges Visum „Transformable“ zu beantragen. Einzelheiten betreffend Verfahren und Gebühren sind bei der zuständigen madagassischen Botschaft zu erfragen. Der Reisepass oder vorläufige Reisepass muss bei Einreise eine Mindestgültigkeit von sechs Monaten haben.

Visum: 

Visum bis 90 Tage gebührenpflichtig und wird bei Einreise am Flughafen ausgestellt.

Gesundheit und Impfungen: 

Bei der direkten Einreise aus Deutschland sind keine verpflichtenden Impfungen erforderlich. Bei der Einreise aus einem Gelbfieberendemiegebiet (www.who.int) ist für alle Personen älter als 9 Monate der Nachweis einer einmaligen Gelbfieberimpfung gefordert. Auch bei Transitreisen über die Flughäfen Addis Abeba oder Nairobi kann unabhängig von der Dauer des dortigen Aufenthalts der Gelbfieberimpfnachweis gefordert werden.

Die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene sollten anlässlich einer Reise überprüft und vervollständigt werden, siehe www.rki.de. Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern, Röteln (MMR), Influenza und Pneumokokken. Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Typhus und Tollwut empfohlen. In vielen Bereichen Madagaskars ist die Gefahr einer Malaria Infektion gegeben. Eine Prophylaxe je nach Region wird sehr empfohlen.

Zeitverschiebung: 
Sommerzeit +1 Stunde, Winterzeit +2 Stunden deutscher Zeit
Währungen: 
Ariary
Verkehr: 

Die Hauptverkehrsachsen zwischen der Hauptstadt und den wichtigsten Küstenstädten sind zwar weitestgehend asphaltiert, ihr Zustand verschlechtert sich allerdings wegen mangelnder Wartung stetig. Viele Straßen sind nicht befestigte Erdpisten, die in der Regenzeit (Dezember bis April) nur bedingt oder gar nicht befahrbar sind. Oftmals bleiben Regionen über Monate völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Auf den Hauptverbindungsstraßen zwischen der Hauptstadt und den anderen größeren Städten der Insel kommt es immer häufiger zu Überfällen, vorwiegend nach Einbruch der Dunkelheit. Es wird zur besonderen Vorsicht geraten. Nachtfahrten sollten unbedingt vermieden werden.

Das innermadagassische Flugnetz ist zwar relativ dicht, allerdings kommt es aufgrund von wirtschaftlichen und technischen Problemen der nationalen Fluggesellschaft Air Madagascar regelmäßig zu Annullierungen oder massiven Verspätungen. Das Netz des neuen Anbieters, Madagasikara Airways, ist noch nicht so dicht, wie das des staatlichen Konkurrenten. Passagiere müssen auch hier mit Verschiebungen und Annullierungen rechnen.

Vorwahl(en): 

(+261)

Ländercode: 
MDG
Wichtige Hintergrundinformationen zur Sicherheit: 

Die politische Lage ist momentan insgesamt stabil, dennoch wird empfohlen, die aktuellen Entwicklungen in den Medien zu verfolgen und Menschenansammlungen jeder Art zu meiden. Im Allgemeinen, aber insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit wird in allen städtischen Gebieten von Spaziergängen, ob allein oder zu mehreren, aus Sicherheitsgründen dringend abgeraten. Für militärische und sicherheitsrelevante Einrichtungen (z.B. Flughafen, Brücken, Regierungsgebäude) besteht striktes Fotografierverbot. In Madagaskar ist Homosexualität unter Erwachsenen (ab 21 Jahren) legal. Dennoch gelten sexuelle Handlungen, sowohl hetero- als auch homosexuelle, in der Öffentlichkeit als unanständige Handlungen und können dementsprechend geahndet werden und zu Strafen führen.

Das Land

Land in Landessprache: 
Madagasikara (malagasy), Madagascar (französisch)
Land auf englisch: 
Madagascar
Geschichte: 

Bereits im 7 Jahrhundert nutzten die Araber Madagaskar als Handelsstützpunkt an der Nordküste. Jedoch kamen die ersten madagassischen Siedler sehr wahrscheinlich aus Südostasien. Madagaskar war von 1680 bis 1725 ein Piratenstützpunkt. Objekte der Begierde waren vor allem Handelsschiffe im Indischen Ozean, Roten Meer und persischen Golf. Die Kriegsführung war brutal und grausam. Die madagassischen Stämme führten diese zum Sklavenfang. Die Sklaven wurden daraufhin an arabische Händler verkauft oder zum eigenen Nutzen behalten. Die Piratenrepublik Libertalia verfolgte die Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, wollte die Gerechtigkeit gleich verteilen und lehnte die Monarchie ab. Das Königreich der Merina bestand schon seit geraumer Zeit im Inneren des Landes. 1824 eroberten die Merina, dank zwei kluger Könige, fast das gesamte Gebiet Madagaskars. Nach dem Tod dieser beiden Könige regierte die Frau des letzteren das Land. Das Land litt unter Folter und Grausamkeit. Die Königin wurde 1896 dann schließlich von den Franzosen gestürzt. Madagaskar wurde zum französischen Protektorat erklärt. Die Einheimischen wehrten sich jedoch gegen diese Unterwerfung und erhielten am 26.06.1960 die Unabhängigkeit von Frankreich. Philibert Tsiranana wurde erster Staatspräsident. Die ersten Mehrparteienwahlen fanden 1993 statt. Im Dezember 2002 erlangte Ravalomanana einen großen Wahlerfolg und kämpft seitdem gegen die Korruption im Land an.

Lagebeschreibung: 

Die viertgrößte Insel der Welt liegt im Indischen Ozean und ist durch die Straße von Mosambik vom afrikanischen Festland getrennt. Einige kleinere Inseln gehören zum Staatsgebiet.

Infrastruktur: 

Das Straßennetz auf Madagaskar ist eher schlecht ausgebaut, es sind nur rund ein Fünftel der Straßen asphaltiert, die meistens die größeren Städte miteinander verbinden. Regen kann vor allem die ungeteerten Pisten schwer zugänglich bis unpassierbar machen. In Madagaskar gibt es preiswerte Buschtaxis und sogenannte Taxi-bes, die sich auch für längere Überlandstrecken eignen. Es kommt vor, dass die Türen mit Draht verschlossen sind, man sollte sich davon aber nicht abschrecken lassen. Grundsätzlich sollte man den Preis vor Fahrantritt mit dem Fahrer vereinbaren. Bequemer und zügiger als die Buschtaxis sind die Madabusse, die vor allem touristische Städte anfahren. Busse sind häufig überfüllt und kommen nur unregelmäßig. Für kürzere Strecken bieten sich auch die Rikschas an. Auf kleinen Booten lassen sich kleinere Inseln in der Umgebung bequem erreichen.

Das Mobilfunknetz ist relativ gut ausgebaut.

Flora und Fauna: 

Das Tierreich von Madagaskar ist faszinierend, einzigartig und zugleich vom Aussterben bedroht. Wegen der geografischen Isolation Madagaskars sind hier sehr viele endemische Arten entstanden, die sich den gegebenen Umweltverhältnissen angepasst haben. Die wohl bekanntesten Bewohner Madagaskars sind die Lemuren, die es einzig und allein in Madagaskar gibt, und die Tenreks, die fast ausschließlich auf der Insel vorkommen. Was die Flora betrifft, wird vermutet, dass vor den ersten Siedlern die ganze Insel bewaldet war, während heute nur noch 4% des ursprünglichen Regenwalds erhalten sind. Grund dafür ist vor allem der Bevölkerungswachstum und die Abholzung des Regenwalds zur Brennmaterialgewinnung und dem Handel mit Edelhölzern. Das hat nicht nur zur Folge, dass in Madagaskar mehr und mehr Bodenflächen nicht mehr fruchtbar und damit nicht brauchbar sind, sondern auch, dass die vielen seltenen Tierarten dramatisch vom Aussterben bedroht sind. Statt einstigem Regenwald findet man heute immer öfter Gras- oder Dornsavannen.

Klima: 

Das Klima ist, vor allem in der Küstenregion, sehr tropisch, Regenzeit ist hier zwischen Mai und September. Die Niederschläge sind im Osten deutlich stärker als im Westen. Hier wehen ganzjährig südöstliche Passatwinde. Von Oktober bis April können die Temperaturen bis 35°C steigen. Im Hochland ist das Klima gemäßigt und angenehm, während der Süden sehr trocken ist. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 25°C. Zyklone sind nicht selten.

Bevölkerung: 

In Madagaskar leben rund 24,9 Millionen, darunter 110.000 - 150.000 Komorer, 27.000 Franzosen (davon etwa die Hälfte mit doppelter Staatsangehörigkeit), die eine Mischung aus afrikanischen und asiatischen Volksgruppen sind. Neuesten Erkenntnissen zufolge stammen die Madagassen aber von Indonesiern ab. Mit insgesamt 18 offiziell anerkannten Ethnien und weiteren Einwohnern wie Komorer, Franzosen, Inder und Chinesen, zeichnet sich Madagaskar durch eine kunterbunte Bevölkerung aus. Alle gemeinsam sprechen sie eine Sprache, haben eine gemeinsame Kultur und sehen sich als eine große Familie.

 

Sprachen: 
Englisch
Französisch
Religion: 

Über 50 Prozent der Bevölkerung sind Anhänger der ursprünglichen Naturreligionen (Animisten); 8 Millionen Christen, davon 4,5 Millionen Katholiken, 3,5 Millionen Protestanten, 1,4 Millionen Moslems.

Essen & Trinken: 

Vary (Reis) ist das beliebteste Nahrungsmittel in Madagaskar und dient bei jedem Gericht als Hauptspeise. Dazu wird eine Gemüse- und Kräuterbrühe serviert und wer es sich leisten kann, isst Fisch oder Fleisch dazu. Reis ist aber nicht gleich Reis in Madagaskar. So gibt es etwa zwölf verschiedene Reissorten und viele verschiedene Möglichkeiten diesen zuzubereiten. Zum Frühstück werden beispielsweise oft Reisküchlein (Mokary) gekocht. Tatao ist mit Milch gekochter Reis und wird mit Honig gesüßt. Ein sehr landestypisches Getränk ist warmes Reiswasser, dieses entsteht durch den angebrannten Bodensatz vom Reiskochen und wird mit einer extra Portion Wasser aufgekocht. Zuckerrohrwein oder Palmenwein sind nur einige weitere Beispiele für landestypische Getränke Madagaskars.

Feiertage: 

01.01. Neujahr, 29.03. Gedenktag an den Aufstand von 1947, 01.05. Tag der Arbeit, 17.05. Christi Himmelfahrt, 26.06. Unabhängigkeitstag, 15.08. Maria Himmelfahrt, 01.11. Allerheiligen, 25.12. Weihnachten

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