Das Land der tausend Hügel

Ruanda - das Land der tausend Hügel - bekannt geworden durch Dian Fossey und ihre Berggorillas, hat heute mehr als 20 Jahre nach dem großen Genozid eine blühende Wirtschaft. Es öffnet sich dem Reisenden zugleich modern und faszinierend abenteuerlich mit tropischen Regenwäldern, in denen die letzten Berggorialls Afrikas wohnen und Luxushotels in Kigali. Saftige Plantagen und kultivierte Hügel soweit das Auge reicht lassen einen verstehen, warum Ruanda auch die "Schweiz Afrikas" genannt wird. Der Großteil des Landes ist in Höhen über 1500 Metern gelegen und so ist das Klima, trotz der Nähe zum Äquator eher mild. Einzigartige Tier- und Pflanzenarten prägen das Hochgebirge in Ruanda durch besondere Ökosysteme. Doch auch den Liebhabern der Steppe bietet Ruanda im trocken-heißen Osten des Landes einiges. Hier befinden sich der Akagera-Nationalpark mit Savannen, Sumpfgebieten und Seen.

Reiseinfos

Reisezeit: 

Die beste Reisezeit für Ruanda ist die Große Trockenzeit zwischen Juni und September. Diese Monate haben nicht nur den Vorteil, weitgehend regenfrei zu sein, sondern garantieren zusätzlich Sonne pur. Zudem sind dann, im Gegensatz zur Regenzeit, auch die Straßen passierbar. Falls eine Reise während der großen Trockenzeit nicht möglich sein sollte, bietet sich alternativ noch die kleine Trockenzeit in den Monaten Dezember, Januar und Februar an. Auf die Temperaturen braucht man, im Gegensatz zu vielen anderen afrikanischen Ländern, in Ruanda jedoch keine Rücksicht zu nehmen. Sie sind das ganze Jahr über angenehm.

Einreisebestimmungen: 

Deutsche Staatsangehörige benötigen zur Einreise nach Ruanda ein Visum. Ein Visum für die einmalige Einreise (Entry Visa) kann für eine maximale Aufenthaltsdauer von 30 Tagen bei Einreise beantragt werden. Die Gebühr beläuft sich auf 30,- US-$ und kann in US-$ oder € in bar oder mittels Kreditkarte bezahlt werden. Es besteht grundsätzlich auch die Möglichkeit, vor Reiseantritt bei der Botschaft der Republik Ruanda in Berlin ein Visum für 90 Tage und mehrmalige Einreisen gegen eine Gebühr von 50 US-$ (T2) zu beantragen.

 

Visum: 

Der Reisepass muss nach Ausreise aus dem Land noch mindestens 6 Monate gültig sein.

Gesundheit und Impfungen: 

Bei direkter Einreise aus Europa ist keine Gelbfieberimpfung erforderlich. Nur bei Einreisen aus Gelbfieberendemiegebieten wird der Nachweis eines gültigen Gelbfieberimpfschutzes gefordert. Die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene sollten anlässlich einer Reise überprüft und vervollständigt werden (www.rki.de). Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten) ggf. auch gegen Polio (Kinderlähmung), Mumps, Masern Röteln (MMR), Pneumokokken und Influenza. Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Gelbfieber, Hepatitis B, Meningokokken-Krankheit (ACWY) und Tollwut empfohlen.

Es herrscht ein hohes Malariarisiko. Deshalb wird eine Malariaprophylaxe dringend empfohlen. Zum Schutz vor Durchfallerkrankungen, wie Cholera, sollte kein Leitungswasser getrunken werden. 

Zeitverschiebung: 
Sommerzeit: keine Zeitverschiebung; Winterzeit: -1 Stunde nach deutscher Zeit
Währungen: 
Ruanda-Franc
Verkehr: 

In Ruanda herrscht Rechtsverkehr. Fahrten mit dem Pkw im Inneren Ruandas sollten wegen häufig schlechter Straßenverhältnisse und des riskanten Fahrverhaltens anderer Verkehrsteilnehmer grundsätzlich nur bei Tag durchgeführt werden. Fahrten zum Besuch der Virunga- und Nyungwe-Nationalparks sollten nur in Begleitung der vorgeschriebenen ruandischen Führer durchgeführt werden.

Vorwahl(en): 

+250

Ländercode: 
RWA
Wichtige Hintergrundinformationen zur Sicherheit: 

Im Allgemeinen kann man bedenkenlos nach Ruanda reisen. Von Reisen in das unmittelbare Grenzgebiet zu Burundi und einer Weiterreise nach Burundi wird aufgrund der aktuellen politischen Lage im Nachbarland abgeraten. Von Reisen in das unmittelbare Grenzgebiet zur Demokratischen Republik Kongo wird ebenso aufgrund der Lage im Ostkongo abgeraten. 

Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind gesellschaftlich nicht akzeptiert. Das ruandisches Strafrecht sieht für gleichgeschlechtlichen sexuellen Kontakt mit Personen unter 18 Jahren (Minderjährige) Geld- und/oder Gefängnisstrafen vor.

Das Land

Land auf englisch: 
Rwanda
Geschichte: 

Die Geschichte Ruandas ist wie fast alle Länder Afrikas geprägt von der Kolonialzeit. Im ersten Weltkrieg verlor Deutschland seine Kolonien und Ruanda wurde den Belgiern unterstellt. Das Herrschaftsprinzip der indirekten Verwaltung verstärkte die Differenzierung der beiden großen Ethnien Hutu und Tutsi, indem die Bevölkerungsminderheit der Tutsi eine Vormachtstellung in der Kolonialgesellschaft erhielt. Nach der Unabhängigkeit von Belgien im Jahr 1962 wurde der Konflikt zwischen den beiden großen Ethnien Ruandas immer deutlicher. Es kam wiederholt zu Übergriffen der Bevölkerungsmehrheit der Hutu auf die gesellschaftlich privilegierten Tutsi. Dieser Konflikt um die politische Macht gipfelte 1994 in einem grausamen Völkermord, in dem bis zu 1 Million Menschen ihr Leben verloren.

Lagebeschreibung: 

Ruanda liegt in Ost-Zentralafrika knapp südlich des Äquators zwischen dem 1. und 3. Grad südlicher Breite und zwischen dem 29. und 31. Grad östlicher Länge circa 1.800 Straßenkilometer vom indischen Ozean (Mombasa, Kenia) und circa 3.500 Straßenkilometer vom Atlantischen Ozean (Hafen Matadi, DR Kongo) entfernt.

Infrastruktur: 

Das Straßennetz in Ruanda fasst etwa 12.000 Kilometer. Die Straßen sind größtenteils in einem äußerst schlechten Zustand. Nur wenige Straßen sind asphaltiert. Ein Schienennetz gibt es in Ruanda noch nicht.

Flora und Fauna: 

Durch die verschiedenen Höhenlagen reicht die Vegetation von tropischem Regenwald im Westen bis zur Trockensavanne im Osten. Im gebirgigen Westen befindet sich Regenwald, der ab einer Höhe von ca. 2 500 m in Bambuswälder übergeht. Insgesamt sind 20 % der Staatsfläche bewaldet. Das zentrale Hochland ist von Feuchtsavannen bedeckt. Vorherrschende Baumarten sind Eukalyptus, Akazie und Ölpalme. Die ehemals vorhandenen lichten Trockenwälder im Osten des Landes sind weitgehend abgeholzt, hier finden sich Grasfluren und Büsche. Im Überschwemmungsgebiet des Flusses Kagera befindet sich dichter Papyrusbewuchs. Durch die dichte Besiedelung Ruandas sind inzwischen große Teile der Savannenlandschaften Kulturland geworden.

12 % der Landesfläche wurden zum Schutzgebiet erklärt, vor allem in den beiden Nationalparks (Kagera und Park der Vulkane) findet sich eine artenreiche Tierwelt. Im Kagera-Park (2 500 km²) gibt es neben Elefanten zusätzlich große Bestände an verschiedenen Antilopenarten, Wasserböcken und Zebras. Neben Löwen und Leoparden leben hier auch Spitzmaulnashörner. In den sumpfigen Überschwemmungs-gebieten kommen neben Krokodilen und Flusspferden zahlreiche Vogelarten vor. Im Regenwald an den Gebirgshängen im Westen Ruandas leben die vom Aussterben bedrohten Berggorillas.

Klima: 

In Ruanda herrscht tropisches Hochlandklima, bei dem die Tageshöchsttemperaturen auf 1500 Meter Höhe meist unter 30°C liegen und nachts selten unter 15°C fallen. Die Große Regenzeit findet von Februar bis Mai statt, anschließend folgt die große Trockenzeit von Juni bis Mitte September;  die kleine Regenzeit von Mitte September bis November herrscht gegen Jahresende und die kleine Trockenzeit schließt im Dezember das Jahr ab und dauert bis Januar an.

Obwohl Ruanda fast direkt am Äquator liegt, ist das Klima des Landes wegen der Höhenlage recht mild. Die mittleren Temperaturen schwanken im Jahresverlauf kaum und variieren lediglich aufgrund der Höhenlage. In den tieferen Regionen im Osten liegen sie im Durchschnitt bei 19-22°C. Die Temperaturen um den Kivusee im Westen sind ebenfalls mild und gemäßigt. Dort werden Tageshöchsttemperaturen von ca. 25°C erreicht. Die höher gelegenen Regionen, vor allem das Virunga-Hochland, sind eher kühl. Selbst tagsüber steigt das Thermometer auf höchstens 17°C. In über 3.000 m Höhe werden durchschnittlich nur noch 8°C erzielt.

Bevölkerung: 

(Gesamtzahl, ethnische Zusammensetzung, Wachstumsrate): circa 11 Millionen (2015), Volksgruppen der Hutu (circa 84 Prozent), der Tutsi (circa 16 Prozent) und der Twa (0,1 Prozent) teilen Sprache und Kultur. Wachstumsrate 2,4 Prozent jährlich. Der Verstädterungsgrad ist mit ca. 6 % sehr gering. Die mit Abstand größte Stadt ist Kigali mit rund 605 000 Einwohnern.

Sprachen: 
Englisch
Französisch
Religion: 

Katholiken (44 Prozent), Protestanten (38 Prozent), Adventisten (12 Prozent), Muslime (3 Prozent)

Essen & Trinken: 

Eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel in Ruanda sind Kochbananen. Der feste Brei, der daraus hergestellt wird, ist die Grundlage vieler Mahlzeiten. Daneben wird auch häufig ein Brei aus Maismehl gegessen, wie er für die Küche vieler afrikanischer Länder typisch ist. Serviert werden Kochbananen und Maisbrei meistens mit einer Soße aus Gemüse, die gelegentlich auch Fleisch enthält. Fleisch ist in Ruanda allerdings sehr teuer, sodass es für viele Ruander nur selten auf dem Speiseplan steht. Am häufigsten dienen Soßen aus Bohnen als Beilage.

Nicht wegzudenken aus der Küche Ruandas sind außerdem Knollengemüse wie Maniok und Süßkartoffeln. Aus Maniokmehl wird ebenfalls ein Brei hergestellt, "Bugali" genannt, der zusammen mit einer einfachen Soße ein weit verbreitetes ruandisches Gericht darstellt. Aus den Blättern der Maniokwurzeln wird "Isombe" hergestellt, das alternativ zu den üblichen Soßen mit Kochbananen und Co. gegessen wird, häufig aber auch mit getrocknetem Fisch. Besonders in den Regionen am Kivu-See wird sehr viel Fisch gegessen.

Das traditionelle Bier wird aus Sorghum oder aus Bananen hergestellt. In einigen Regionen von Ruanda wird auch gerne Bananenwein getrunken. Probieren sollte man natürlich unbedingt auch den Kaffee und den Tee, der in Ruanda angebaut wird. Da diese Produkte beinahe ausschließlich für den Export produziert werden, ist es allerdings oft gar nicht so einfach, in Ruanda den örtlichen Kaffee oder Tee zu bekommen.

Wasser sollte man in Ruanda ausschließlich gut abgekocht oder aus abgepackten Flaschen trinken, die man überall kaufen kann. Aufgrund der hygienischen Bedingungen sollte man das Trinken von Leitungswasser in Ruanda grundsätzlich vermeiden.

Feiertage: 

N1. Februar: Tag der Nationalhelden; 7. April: Gedenktag Beginn des Genozids 1994; 1. Juli: Fête Nationale - Unabhängigkeit 1962; 4. Juli: Jour de la Libération (Ende des Genozids); 25. September: Tag der Republik

Anfrage stellen