Die junge Nation Afrikas

Sambia ist die junge Nation Afrikas. Ein Blick auf die Bevölkerungsstruktur zeigt, dass über die Hälfte der Einwohner jünger als 20 Jahre ist. Ein weiterer Blick auf die Geschichte des Landes und man sieht, dass die Grenzen Sambias erst in der Kolonisierungsphase entstanden sind. Sambia hat ein großes touristisches Potential. Nicht zuletzt durch seine gastfreundliche Bevölkerung, seine wild- und pflanzenreichen Nationalparks und durch außergewöhnliche Landschaften wie z. B. die weltberühmten Victoriafälle (die sie sich mit Simbabwe teilen). Doch bislang machen sich nur die wenigsten wahren Abenteurer auf den Weg ins Innere des Landes, da eine noch beschränkte Infrastruktur besteht. Aber wer es wagt, wird mit unglaublich schöner, wilder und unberührter Natur belohnt.

Reiseinfos

Reisezeit: 

Grundsätzlich sagt man, dass die beste Reisezeit die Trockenzeit zwischen Mai und September ist, denn dann fällt kaum Regen und die Temperaturen sind tagsüber nicht zu hoch. Allerdings können insbesondere die Nächte im Juni und Juli recht kühl werden. Für Safaris eignen sich am besten die Monate Oktober und November. Dann liegen die Temperaturen zwar wieder deutlich höher und es ist feuchter, aber in dieser Zeit ist die Vegetation nach der Trockenzeit noch größtenteils vertrocknet, sodass die Tiere besonders gut beobachtet werden können. Der Sambesi und damit auch die Viktoriafälle führen in dieser Periode jedoch besonders wenig Wasser. Will man die imposanten Viktoriafälle erleben, wenn am meisten Wasser hinunterstürzt, empfiehlt sich – genauso wie für Vogelbeobachtungen – die Regenzeit von Dezember bis April. Zu beachten ist jedoch, dass es in dieser Zeit heiß und schwül ist und es teilweise sehr stark regnet.

Einreisebestimmungen: 

Für deutsche Staatsangehörige besteht für Sambia Pass- und Visumzwang. Visa werden von der sambischen Botschaft in Berlin erteilt. Deutschen Staatsangehörigen können Touristenvisa auch gebührenpflichtig bei der Einreise nach Sambia erteilt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit der Visabeantragung über das Internet. Es sind vereinzelte Fälle bekannt geworden, in denen Fluggesellschaften bereits vor Abflug auf Vorlage eines Visums bestanden haben, so dass das E-Visaverfahren bisher nicht uneingeschränkt empfohlen werden kann.

Visum: 

Darüberhinaus müssen die Reisedokumente mindestens sechs Monate über die Reise hinaus gültig sein. 

Gesundheit und Impfungen: 

Bei der direkten Einreise aus Deutschland sind Pflichtimpfungen nicht vorgesehen. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet (z.B. nördliche Nachbarländer) ist der Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung erforderlich. Das betrifft auch Zwischenaufenthalte in betroffenen Ländern während der Anreise, die länger als 12 Stunden dauern (Umsteigen in Nairobi und Addis Abeba).  Sambia ist offiziell von der WHO als gelbfieberfrei eingestuft worden, so dass nach einem Besuch des Landes (z.B. Livingstone, Victoria-Fälle)  von den Nachbarländern Namibia, Botswana und Zimbabwe kein Impfnachweis mehr verlangt wird. Gleiches gilt für die Weiterreise nach Südafrika.

Das Auswärtige Amt empfiehlt weiterhin, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen (siehe http://www.rki.de). Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis) sowie gegen Polio, ggf. auch gegen Mumps, Masern, Röteln (MMR) und Influenza. Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Tollwut und Meningokokken-Meningitits (ACWY)  empfohlen.

Malaria tritt ganzjährig auf (verstärkt von November – Juni) und stellt landesweit ein hohes Risiko dar, insbesondere im Süden (Sambesi-Tal, Kariba-Becken, Victoria-Fälle) und im Luangwa-Tal. Je nach Reiseprofil ist deshalb neben der immer notwendigen Expositionsprophylaxe eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) sinnvoll. 

Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera (aktueller Ausbruch) vermeiden. Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser mit Kohlensäure, nie Leitungswasser.

Zeitverschiebung: 
Sommerzeit 0 Stunden, Winterzeit +1 Stunde deutscher Zeit
Währungen: 
Kwacha
Verkehr: 

In Sambia gibt es verschiedene Straßentypen wie unter anderem Bundesstraßen, Hauptstraßen und Regionalstraßen. Generell sind die Straßen geteert, Schotterpisten oder Wege. Die geografisch entlegenen Gebiete sind nahezu unerreichbar bzw. nur mit einem Allradfahrzeug und durchschnittlichen 20 km/h zu erreichen, wobei die Straßen in den Industriezentren hingegen gut ausgebaut sind. In ganz Sambia gilt Linksverkehr und die Anschnallpflicht. 

Vorwahl(en): 

+260

Ländercode: 
ZMB
Wichtige Hintergrundinformationen zur Sicherheit: 

Politische Kundgebungen, Demonstrationen und auch gewalttätige Ausschreitungen sind nicht auszuschließen. Besonders betroffen sind erfahrungsgemäß städtische Ballungsgebiete, die Ausfallstraße sowie die Umgebung von Hochschulen.

Straßenkontrollen der Polizei, die über reine Verkehrskontrollen hinausgehen, sind nicht nur auf den Überlandstraßen sondern seit einiger Zeit auch im innerstädtischen Bereich an der Tagesordnung. Die Gründe hierfür sind nicht immer ersichtlich. Es wird dringend geraten, stets alle Personal- und Fahrzeugpapiere mit sich zu führen.

Sambische Vorstellungen zur Sexualmoral unterscheiden sich teilweise deutlich von den in Europa vorherrschenden. Homosexuelle Handlungen (sog. „widernatürliche Sexualpraktiken“) können mit Haftstrafen von 15 Jahren bis lebenslänglich und Zwangsarbeit geahndet werden. Prostitution und der Besitz von pornographischen Materialien sind strafbar.

Das Rauchen an öffentlichen Orten ist gesetzlich verboten. Zuwiderhandlung  kann  mit  Geldstrafen  und / oder Gefängnisstrafen von bis zu zwei Jahren geahndet werden.

Das Land

Land auf englisch: 
Republic of Zambia
Geschichte: 

Die Geschichte des Landes reicht über 10.000 Jahre zurück. Im 14. Jahrhundert kamen die ersten Bantuvölker nach Sambia und handelten mit Mineralien, Elfenbein und Sklaven. Im 16. Jahrhundert kam es zur Gründung der verschiedenen Königreiche. 1884 wurde Nordrhodesien, heutiges Sambia, unter die britische Krone gestellt und britisches Protektorat. Im Jahr 1930 kamen die ersten Unruhen im Land auf. Besonders die Arbeiterklassen kamen sich im Vergleich zu den Briten ungerecht behandelt vor. Regelmäßig kam es zwischen 1940 und 1956 zu Streiks. Am 24. Oktober 1964 erlangte Sambia die Unabhängigkeit von Großbritannien. Kenneth Kaunda wurde erster Präsident und in den folgenden Jahrzenten wieder ins Amt gewählt. Die Philosophie des Staats war der „sambische Humanismus“, eine Form des Sozialismus, in der der Mensch sich in der Gesellschaft Sambias voll entfalten können sollte. Streng abgelehnt wurden Kapitalismus, Imperialismus, Rassismus und Kommunismus. Der Fall des Kupferpreises auf dem Weltmarkt sorgte für eine Dauerkrise in Sambia. Durch die ausschließliche Konzentration auf die Kupfergewinnung gab es keine Subsistenzwirtschaft in den ländlichen Gegenden. Es kam zu einem wirtschaftlichen Niedergang, welcher die soziale Versorgung der Menschen negativ beeinflusste. Blutige Auseinandersetzungen waren die Folge. 1972 verbot Präsident Kaunda alle politischen Parteien ausgenommen seiner eigenen, woraufhin Sambia 1973 zum Einparteienstaat erklärt wurde. Im Jahr 1990 lies Kaunda auf Grund starken Drucks von Innen und Außen die ersten demokratischen Mehrparteienwahlen zu. Frederick Chiluba wurde mit 80% der Stimmen zum Präsidenten gewählt. 2003 wurde er wegen massiven Wahlbetrugs und Korruption vor Gericht gebracht. Seit 2011 ist Michael Sata mit 42% der Stimmen Staatspräsident.

Lagebeschreibung: 

Sambia liegt im zentralen Süden Afrikas. Es grenzt im Norden an den Kongo, im Süden an Simbabwe und Botswana, im Osten an Mosambik und Malawi und im Westen an Angola und Namibia.

Infrastruktur: 

Die Industriezentren verfügen über Elektrizität und Trinkwasserversorgung. Die Straßen sind in diesen Gebieten meistens gut ausgebaut. Der Schienenverkehr ist in Sambia besonders für den Transport von Kupfer sehr wichtig. Das Schienennetz wird hauptsächlich für den Güterverkehr genutzt. Die gesamte Streckenlänge des Eisenbahnnetzes ist ungefähr 2157 Kilometer lang und soll noch weiter ausgebaut werden.

Lusaka International Airport ist der internationale Verkehrsflughafen Sambias, jedoch gibt es von Deutschland aus keine Direktflüge. Verbindungen gibt es jedoch über Johannesburg (Südafrika), Addis Abeba (Äthiopien), Windhoek (Namibia) oder Nairobi (Kenia). Derzeit werden Langstreckenflüge z.B. von Emirates über Dubai oder Ethiopian Airlines über Addis Abeba nach Lusaka angeboten.

Flora und Fauna: 

Das Land wird zum größten Teil von einem Plateau durchzogen. Es besteht hauptsächlich aus Busch- & Baumsavanne. Die Landschaft ist geprägt von Akazien, Baobab Bäumen, Dornenbäumen und Sträuchern sowie hochgewachsenen Gräsern. Im Norden Sambias ist der Bewuchs wesentlich dichter als in den trockenen südlichen Gebieten. Lichte Waldgebiete sind typisch für den Norden und Osten Sambias. Sambia hat eine sehr vielfältige und artenreiche Tierwelt zu bieten. Es gibt Gnus, Giraffen, Nashörner, Zebras, Elefanten, Paviane, Wölfe, Löwen, Ameisenbären, Affen, Warzenschweine und viele weitere Tiere. Nachtaktive Lebewesen wie Serval Katzen oder Schakale können ebenfalls gesichtet werden. Sambia ist weiterhin geprägt durch eine enorme Vielfalt an Vogel-, Fisch- und Reptilienarten.

Klima: 

Durch die Höhenlage Sambias herrscht ein angenehmes Klima mit drei Jahreszeiten. Kühl und trocken ist es von Mai bis August, von September bis November ist es heiß und trocken und von Dezember bis April ist es warm und feucht. Zu dieser Zeit wird das Land häufig von Schauern und Gewittern heimgesucht. Die Pflanzen wachsen strotzend und die Flüsse und Bäche füllen sich mit Wasser. Von September bis November kann es zu Bränden auf Grund des trockenen und heißen Klimas kommen.

Bevölkerung: 

Sambia hat ca. 14,68 Million Einwohner. Die schwarzafrikanische Bevölkerung macht fast die gesamte Bevölkerung aus. Sie stammen von den bantusprachigen ethnischen Gruppen ab und lassen sich in acht ethnologische Gruppen einteilen: Rotse, Bemba, Tonga, Nyanja-Chewa, Lunda, Luvale, Kaonde und Luba. 1,2% der Bevölkerung besteht aus Weißen und Indern.

Sprachen: 
Englisch
Religion: 

Der Hauptteil der Bevölkerung gehört mit 75% dem christlichen Glauben an. Die restliche Bevölkerung besteht aus Hindus, Moslems und zahlreichen Naturreligionen.

Essen & Trinken: 

Die Menschen essen täglich Nshima, einen Maisbrei aus weißem Mais. Dazu gibt es verschieden Gemüsesorten wie Kohl oder Bohnen. Die einheimischen Spezialitäten werden meist mit Nilbarsch, Lachs oder anderen Süßwasserfischen zubereitet. Sollte man Gast in ländlichen Gebieten sein, ist es üblich, zu Ehren des Gastes ein Tier zu schlachten. Im Regelfall handelt es sich um eine Ziege. Dem Besucher kann im Rahmen der Feierlichkeiten das Herz des Tieres angeboten werden. Es gilt als Delikatesse und besondere Ehre. Das beliebteste traditionelle Getränk ist Maheu, eine Art erfrischender Joghurt aus Maismehl. Die Sambier brauen auch ihr eigenes Bier. Viele südafrikanische Biersorten stammen aus Sambia.

Feiertage: 

01.01. Neujahr, 12.03. Tag der Jugend, März/April Ostern, 01.05. Tag der Arbeit, 24.05. Afrika Tag, 07.07. Heldengedenktag, 08.07. Tag der Einheit, 04.08. Tag der Bauern, 24.10. Unabhängigkeitstag, 25./26.12. Weihnachten

Feste: 

Um Ostern findet in Lealui/Limulunga das berühmteste Festival Sambias statt, Kuomboka. Es handelt sich um eine zeremonielle Wanderung des Lozi-Königs. Im August findet außerdem Kulamba statt, in Chipata wiederum eine Art Erntedankfest der Chewa. Das Livingstone Cultural and Arts Festival ist ein aus Tanz, Musik und Poesie bestehendes Fest. Die traditionellen Herrscher aus allen Provinzen Sambias kommen hierbei zusammen. Im September oder Oktober an einem Vollmond-Wochenende findet Shimunenga statt. Es handelt sich um eine Zeremonie bei der demütig an die Ahnen gedacht wird.

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