Unser Rhythmus passt sich der Natur an

Wenn wir auf Safari sind, passt sich unser Rhythmus meist automatisch der Natur an. Dies hilft uns auf Safari erfolgreich zu sein. Wir wachen mit dem ersten Tageslicht und dem ersten Vogelgezwitscher auf. Der frühe Vogel fängt den Wurm, der frühe Safarigast wird mit tollen Sichtungen belohnt. Früh morgens, wenn das erste Tageslicht angebrochen ist, trauen sich die meisten Tiere zur Wasserstelle um ihren Morgendurst zu löschen. Der Morgen macht die Tiere aktiv und jetzt ist die Zeit in der wir sie am besten sehen. Wenn die afrikanische Sonne anfängt heißer zu werden, verschwinden die Tiere in den Schatten, wo wir sie nur noch schwer ausmachen können. Wir Buschbesucher ziehen uns in unsere Camps oder Lodges zurück und genießen ebenfalls eine Siesta, etwas, dass wir uns zu Hause selten gönnen. Dem Mittag im Busch wohnt eine allgemeine Ruhe inne, die einen unmittelbar in seinen Bann zieht. Wer nicht selbst schläft, der liest oder beobachtet still von seiner Veranda. Nachmittags, wenn die Kraft der Sonne nachgelassen hat, gehen wir wieder auf Pirsch und sind noch einmal Beobachter, ohne selbst gefordert zu sein. Den Sonnenuntergang erleben wir an einem schönen Ort in der Natur, mit Blick auf eine Wasserstelle oder einen schönen landschaftlichen Ausblick, fast immer ein Ort der Ruhe und Abgeschiedenheit, der idealerweise mit einem Gin & Tonic in der Hand genossen wird. Die Nacht kommt schlagartig und mit ihr die Müdigkeit. Der Sternenhimmel und das Lagerfeuer läuten das Ende des Tages ein und gewöhnlich sind wir um 21:00 Uhr im Bett. Der Ablauf wiederholt sich täglich, ist voraussehbar und damit komplett stresslos.

Wir nutzen unsere Sinne

Unsere Sinne sind alle sensibilisiert. Wir nutzen unsere Sinne umfassender als wir es im Alltag tun, denn der afrikanische Busch bietet nicht nur schöne Überraschungen, sondern auch Gefahren. Wir nehmen die Geräusche bewusster war, denn wir suchen zu entdecken und aufzuspüren aber auch mögliche Gefahren zeitig zu erkennen. Wie ein Jäger horchen wir bei allen ungewohnten Geräuschen auf. Wir riechen den Staub, den Regen, die Pflanzen. Wir riechen eindringliche Duftnoten, die bestimmte männliche Tiere hinterlassen um ihr Territorium zu markieren und wir riechen zu stark parfümierte Mitreisende, etwas dass in diesem Umfeld eher unangebracht ist. Wir sehen, weil wir sehen wollen. Wir versuchen all die Tiere zu entdecken, die in Afrika noch in freier Wildbahn leben. Schon nach wenigen Tagen sind unsere Augen geschult auf die kleinste Bewegung, oder Andersartigkeit im Busch zu reagieren, immer mit dem Ergeiz den Leopard im Baum, oder das scheue DikDik im Dickicht zu entdecken. Wir sehen Tiere, die sich auf unserer Pirschfahrt oder Fußpirsch selbstbewußt sehen lassen, weil sie uns oder sonstige Jäger nicht scheuen, aber auch solche, die sich verstecken und die wir stolz aufspüren (wenn auch häufig nur auf Hinweis unseres Safariguides). Wir fühlen die Hitze und die Trockenheit aber wir spüren auch die Anspannung zwischen Jäger und Gejagtem, wir nehmen Wetterveränderungen wahr, weil sie das Wildleben beeinflussen. Jeder zusätzliche Tag den wir im Busch verbringen erweckt ein wenig mehr unsere Urinstinkte und schärft unsere Sinne. Wir fangen an uns als Teil der Natur zu verstehen, ein Gefühl, das im urbanen Leben kaum mehr möglich ist.

Wir leben im Moment

Wir leben viel mehr im Moment als gewöhnlich. Wenn wir auf Safari sind, beobachten wir, wie andere Lebewesen den täglichen Alltag bewältigen. Sie stillen Grundbedürfnisse wie Durst und Hunger, sie kümmern sich sorgsam um die Aufzucht der Jungtiere und sie versuchen Tag für Tag mit heiler Haut davon zu kommen. In der Wildnis zu überleben ist hart. Ein Tier kann Jäger oder Gejagter sein, es gibt doch immer einen Stärkeren, der die eigene Existenz oder die der Jungtiere bedroht. Man erlebt schönes, spektakuläres, grandioses, dramatisches aber auch herzzerreißendes, genau wie bei einem Drama von Shakespear. Man lebt im Augenblick, als stiller Zuschauer und wird mangels Internet oder Mobilfunkempfang meist auch nicht so schnell aus dem Präsens gerissen. Bewußt im Moment zu leben, bedeutet zu spüren, wie wunderbar es ist am Leben zu sein. Mehr im Moment, leben wir wohl nur während eines ersten Dates mit unserer großen Liebe.
Ein kostbares Geschenk in unserer Zeit!

Perspektiven ändern sich

Wenn wir draußen im Busch sind und beobachten, wie Tiere unheimlich viel Mühsal auf sich nehmen um einfach nur zu existieren, dann realisieren wir, wie weit der Mensch gekommen ist. Zumindest in manchen Dingen!
In anderer Hinsicht, haben wir uns von den uns angeboren natürlichen Bedürfnissen und Instinkten entfernt, die das Leben einfacher und glücklicher machen. Durch zu viel Ablenkung und Überflutung an Dingen und unnützen Informationen, haben wir den Blick aufs Wesentliche verloren. Wir hören nicht auf unseren Körper und auch nicht auf das, was unsere Seele braucht.
Es bedarf nicht viel um glücklich zu sein und das meiste was dazu beiträgt, können wir nicht kaufen.
Wenn wir Abends unter dem immensen, von fremden Lichteinflüssen verschonten und dadurch viel imposanteren Sternenhimmel Afrikas sitzen, dann begreifen wir, was für ein kleiner Planet unsere Erde im unendlichen Weltall und wie unbedeutend unser Treiben nach Fortschritt, Sicherheit und materiellen Dingen ist. Die Welt wird sich auch noch in tausenden Jahren um die Sonne drehen und dies unabhängig davon, ob wir heute noch 3 Emails mehr beantwortet haben. Glück und Zufriedenheit liegt in der Einfachheit der Dinge und es hilft uns, sich dies bei den Tieren abzuschauen. Ein Löwe könnte sicherlich auch 5 Gazellen töten und müßte dafür eine Woche nicht auf Jagd gehen. Aber er tötet immer nur eine. Denn das reicht für heute und was Morgen ist, dass sehen wir Morgen. Leben im "Jetzt und Gleich", ist vielleicht mit größerer Anstrengung verbunden, aber läßt Raum für Ruhe und Zufriedenheit, ein Luxus der uns in der Schnelllebigkeit des 21. Jahrhunderts vielleicht verloren gegangen ist?